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24.5.1543: Kopernikus gestorben
Nein, so harmlos ist das alles nicht. So unschuldig wie das Kinderlied "Sonne, Mond und Sterne" klingt, ist Kopernikus nicht. Im Gegenteil, er ist Schuld. Denn mit seinem Tod hat er die Welt ins Wanken gebracht, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Bis zum 24. Mai 1543 stand für die Menschheit fest: Die Erde ist der Mittelpunkt des Weltalls. Begründet vom Griechen Ptolemäus glaubte man bis in die Zeit des Astronomen Nikolaus Kopernikus an ein geozentrisches Weltbild. Ein Weltbild, bei dem sich Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn in dieser Reihenfolge um die feste Erde drehen.

Ptolemäus versuchte durch eine Ausgleichsbewegung die Bewegungen der Planeten so zu erklären, dass sie den Forderungen nach Gleich- und Kreisförmigkeit Aristoteles gerecht wurden. Ein Weltbild, was auch hervorragend mit der Bibel zu vereinbaren war.

Nein, das stimmte alles nicht. Nikolaus Kopernikus beobachtete den Himmel und kam zu einem gefährlichen Schluss: nicht die Erde steht fest und ist der Mittelpunkt des Weltalls, sondern die Sonne, um die sich auch die Erde dreht. Es entstand ein Gegenentwurf zum geozentrischen Weltbild, eine heliozentrische Sicht der Dinge.

1514 schenkt Kopernikus nur seinen engsten Freunden die "Commentariolus", den ersten Entwurf seines Weltsystems. Fieberhaft arbeitet er an einer einwandfreien Beweisführung seiner Thesen und Beobachtungen. Wörtlich bis zu seinem Todestag, dem 24. Mai 1543, braucht er, denn an diesem Tag erscheint das erste Exemplar seines sechsbändigen Werks "De revolutionibus orbium coelestium."

Die Kernaussage lautet: "Alle Planeten, auch die Erde, drehen sich um die Sonne, die den Mittelpunkt des Universums darstellt."

Doch auch für Kopernikus blieb es bei der Forderung des Aristoteles, dass die Umlaufbahnen der Planeten kreisförmig sind. Nicht nur, dass mit Kopernikus, die Deutungen der Bibel falsch sein würden, erregte die Gemüter, sondern auch die fehlende Erklärung, warum die Erde sich dreht.

Grund für viele, an den Vorstellungen von Kopernikus zu zweifeln. Vor allem die Kirche erklärte "De revolutionibus orbium coelestium" für Ketzerei und setzte es auf den Index der verbotenen Bücher.

Nein, es war nicht ratsam, für die Ideen und Vorstellungen des Kopernikus einzutreten, zu mächtig war die katholische Kirche und zu mächtig die Vorstellung von der Erde als Zentrum des Weltalls. Doch die Welt war ohnehin im Umbruch in jenen Tagen, neue Entdeckungen revolutionierten die Sicht. Die Erde war plötzlich nicht mehr flach, sondern rund. Ein Irrglaube der Kirche, der bereits entlarvt wurde.

Es war Galileo Galilei, der sich sehr für das Weltbild von Kopernikus einsetzte, doch noch 1633 musste er seine weiteren Beweise für die kopernikanische Lehre unter Androhung der Inquisition widerrufen.

Erst Issac Newton gelingt es fast 150 Jahre nach dem Tod von Kopernikus,1687, eine physikalische Grundlage für die Bewegung der Planeten um die Sonne als Gravitationszentrum zu schaffen. Der endgültige Beweis für das heliozentrische Weltsystem war erbracht.

Kopernikus hatte recht behalten. Seine Idee, erstmals am Todestag, dem 24. Mai 1543, veröffentlicht, hatte sich bewahrheitet. Eine Idee, die der Vatikan erst 1835 akzeptierte. Papst Gregor XVI. gestand den Fehler seiner Vorgänger ein. Erst 300 Jahre nach der Veröffentlichung des Buchs "Revolutionibus Orbium Coelestium" wurde das Werk vom Index der ketzerischen Bücher genommen.

Autor: Jens Teschke
   
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